Geburt Christi

Im Bildprogramm lutherischer Kirchen fehlt die Geburt Christi im Stall von Bethlehem selten. In der Stiftskirche Bayreuth und in Weidenberg (Bild) steht sie auf dem Deckengemälde im Mittelpunkt. Auf den Bilderzyklen sind die Ankündigung an Maria durch den Erzengel Gabriel („Verkündigung“), die Anbetung der Hirten und der Könige dargestellt. Über den irdischen Szenen geht leuchtend der Himmel auf, Gott selbst erscheint, umgeben von seinen Engeln. Sie verkünden den Menschen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!“ Dieses himmlische „Ehre sei Gott“, das „gloria patri“ wird zum „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, lateinisch „Soli Deo Gloria“.

Vorher hat der Engel die erschrockenen Hirten aufgemuntert: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren ist; denn euch ist heute der Heiland geboren“. Diese frohe Botschaft enthält das ganze Evangelium: der Heiland – für euch geboren. Deshalb liebte Martin Luther die Weihnachtsgeschichte so sehr: der ewige Gott wird Mensch und lässt sich in diesem Kind fassen. Gott kommt herab in die ärmlichsten Verhältnisse. Luther sagt: „Wir fassen keinen anderen Gott als den, der in jenem Menschen ist, der vom Himmel kam. Ich fange bei der Krippe an.“ Der Reformator dichtete etliche Weihnachtslieder wie „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär [Nachricht]“ Geboren ist der Heiland (griechisch „soter“), der von vielen Kanzeln grüßt.

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