Paulus

Paulus rahmt zusammen mit Petrus in vielen Kirchen den Altar, manchmal hat er auch andere Partner. Aber immer trägt er ein Schwert, meistens dazu ein Buch. Beides gehört zusammen. Denn der Apostel steht nicht nur als Schreiber der meisten Briefe im Neuen Testament da, sondern für die Verkündigung des Wortes Gottes insgesamt. Dieses ist nach dem Hebräerbrief „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ Gottes Wort dringt durch alle Hindernisse und trifft im Innersten.

Für Martin Luther und die reformatorische Theologie spielen die Briefe des Paulus eine wichtige Rolle, besonders der Brief an die Römer. Dort erklärt Paulus, dass der Mensch vor Gott gut und gerecht dasteht nicht aufgrund seiner Leistung und seiner guten Taten, sondern allein durch die Gnade Gottes. Jesus Christus hat am Kreuz alle Sünden hinweggenommen. Wer an ihn glaubt, hat das ewige Heil. Diese „Rechtfertigungslehre“ bildet das Zentrum evangelischer Theologie. Der Glaube, der allein selig macht, kommt durch das Hören auf das Wort Gottes (Luther übersetzt: „aus der Predigt“). Deswegen steht Paulus mit dem Schwert in der Nähe der Kanzel.

Bild: Paulus am Kanzelaltar der Spitalkirche Bayreuth. Die Finger an der Klinge des Schwertes verweisen auf seinen Tod als Märtyrer.

Die Finger am Schwert. Eine Andacht von Pfarrer Hans Peetz zu Paulus finden Sie hier.

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