Emporen

Emporen (altertümlich „Porkirchen“) sind steinerne oder hölzerne Einbauten in Kirchen, vergleichbar den Rängen im Theater. Orgel- oder Choremporen bieten einen herausgehobenen Platz für die Kirchenmusik. In evangelischen Kirchen wurden Emporen eingebaut, um – wie es hieß – „bequeme“ Sitzplätze für alle Gottesdienstbesucher zu schaffen. Von allen Plätzen aus sollte ein guter Sichtkontakt zwischen ihnen und dem Pfarrer herrschen.

Je nach Größe der Kirche und Platzbedarf gibt es einzelne Emporen an der Eingangsseite oder seitlich, in L- oder U-Form. Typisch für die Markgrafenkirchen sind die Doppelemporen, die oft auf vier Seiten umlaufen und so den geschlossensten Raumeindruck geben. Orgelempore und Adelsgestühl (siehe Fürstenloge) sind integriert. Die Plätze waren nach Stand, Geschlecht und – auf dem Land – nach Ortschaften aufgeteilt, die „Männerstühle“ auf den Emporen, die „Weiberstühle“ unten. Die Brüstungen mit ihren hölzernen Feldern boten sich an für Wappen, Blumen und andere Ornamente, vor allem aber für Bilder mit Szenen aus der Bibel. Wo man es sich leisten konnte, wurden auch die Unterseiten der Emporen mit Stuck verziert. In Untersteinach verwendete man als Boden die bemalten Bretter der Vorgängerkirche mit ihren Heiligenbildern.

(Bild: In der Hofer Hospitalkirche  sind nicht nur die Brüstungen mit biblischen Bildern bemalt, sondern auch die Unterseiten der Emporen.)

 

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