Himmelfahrt

Die großen Darstellungen der Himmelfahrt Christi beherrschen die Decken der Kirchen in Bindlach (Bild), Neudrossenfeld, Wunsiedel und neuerdings wieder in der Bayreuther Schlosskirche. In Wonsees bildet sie den Abschluss des Altaraufbaus. Jesus entschwindet vor den Augen seiner Jünger in den offenen Himmel. Oft sind auch zwei Engel zu sehen. Der eine deutet hinauf, wo Jesus in die Herrlichkeit seines Vaters eingeht. Der andere zeigt auf die Erde hinab und scheint zu sagen – wie es in einem Lied heißt: „Schaut nicht hinauf, der Herr ist hier bei uns.“ Das ist das Geheimnis der Himmelfahrt: Jesus Christus ist für seine Jünger nicht mehr sichtbar, aber jetzt allen Menschen nahe. So wie der Auferstandene bei seiner letzten Erscheinung im Matthäusevangelium („Matthei am letzten“) sagt: „Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Missions- bzw. Taufbefehl). Diese Zusage findet sich in vielen Markgrafenkirchen.

Im Glaubensbekenntnis heißt es: „aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes …“ In der Ordenskirche, Bayreuth, sind der Vater und der Sohn in ihrer himmlischen Herrlichkeit zu sehen. Sonst wird die Dreifaltigkeit dargestellt, umgeben von Engeln und dem Strahlenkranz. Christus hält das Kreuz oder die Weltkugel mit dem Kreuz darauf. Durch seinen Tod hat er die Welt erlöst und herrscht mit dem Vater – so wie es in Psalm 110, dem im Neuen Testament am häufigsten zitierten Vers aus dem Alten, heißt: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege.“ Die Hoffnung richtet darauf, dass die Mächte besiegt werden, die das Leben beeinträchtigen.

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