Andreioli

Jeronimo Francesco Andreioli (auch Andreoli und zahlreiche weitere Schreibweisen), geboren 1700 in Muzzano bei Lugano, verstorben 1757 in Dresden, wirkte in den Jahren 1739 -45 als Hofstuckateur in Bayreuth. Nach seiner Ausbildung in Nürnberg bei seinem Onkel Donato Polli war der katholische „Italiener“ an der Benediktinerabtei Ottobeuren, der Bischofsresidenz Eichstätt, der Stadtpfarrkirche Hilpoltstein und etlichen weiteren katholischen Kirchen tätig gewesen. Im evangelischen Markgraftum gestaltete er die Kirchen – vor allem die Decken – in Aufsess, Benk, Trebgast und die Stiftskirche in Bayreuth aus. Seine Werke sind außerdem im Alten Schloss der Eremitage zu bewundern. Neben den Stuckornamenten im Stil des Rokoko beeindrucken vor allem die individuellen Gesichter der Engel – trotz der Verwendung von Gussformen, die er wohl schon von anderen Stationen mitgebracht hatte.

Als einer der Vorsteher der katholischen Gemeinde in Bayreuth setzte er sich beim Markgrafen Friedrich dafür ein, dass diese ihren eigenen Gottesdienstraum in der Friedrichstraße bekam. Bis zu seinem plötzlichen Weggang nach Dresden (Mitarbeit an der kath. Hofkirche), wohin seine Familie nachkam, führte er das Leben eines „Gastarbeiters“. Die Kirchenbücher seiner Heimat verzeichnen die Taufen seiner Kinder und Patenkinder in den Wintermonaten. Bei der Taufe des ersten Kindes stand der spätere Bayreuther Hofstuckateur Giovanni Battista Pedrozzi Pate.

Bild: Die Stuckdecke in der Johanneskirche in Trebgast von Andreioli blieb ausnahmsweise unbemalt.

Literatur: Wolfgang Jahn, Sukkaturen des Rokoko. Bayreuther Hofkünstler in markgräflichen Schlössern und in Würzburg, Eichstätt, Ansbach, Ottobeuren

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