Markgraf Georg Wilhelm

1678 – 1726, Regierungszeit: 1712 – 1726

Geboren am 16.11.1678 in Bayreuth  als einziger Sohn des Markgrafen Christian Ernst und seiner zweiten Ehefrau Sophie Louise von Württemberg. Seine Kavalierstour führte ihn nach England und Holland. In Amsterdam lernte er vielleicht das Vorbild für die Ordenskirche kennen: die Norderkerk (erbaut 1620-23) mit ihrem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes. Sicherlich rührte seine Liebe zur Marine von der Studienreise an die Nordsee. Nach seiner Rückkehr ließ er noch als Erbprinz die Modellstadt „St. Georgen am See“ anlegen (Ein Modell ist im Bürgerpark „Wilhelminenaue“ nahe dem Eingang zur Albrecht-Dürer-Straße zu sehen). Zur barocken Anlage gehören die Ordenskirche (zu Ehren seiner Mutter „Sophienkirche…“ genannt), das Ordensschloss für den von ihm gegründeten „Roten Adler Orden“, ein Theater, für das G. Ph. Telemann eine eigene Oper schrieb, und der künstliche angelegte See. Auf ihm ließ Georg Wilhelm Seeschlachten inszenieren. Der junge Prinz befehligte dabei bis zu 2000 Soldaten und Bürger, die immer wieder die türkische Flotte besiegen mussten, mehrere kamen dabei zu Tode. Für seine andere Leidenschaft, die Jagd, ließ er die Jagdschlösser Kasierhammer, Falkenhaube und Thiergarten, sie Eremitage und das Schloss Neustädtlein bauen.

Bis 1712 musste Georg Wilhelm warten, bis er nach dem Tod seines Vaters die Regierung übernehmen konnte. In den allegorischen Bildern an der Decke seiner Fürstenloge mag sich sein ungeduldiges Warten ausdrücken: „Ich strebe nach Höherem“. Familiär hatte er wenig Glück: Seine Ehefrau Sophia von Sachsen-Weißenfels – zum Zeitpunkt der Heirat knapp 15-jährig – erwiderte seine Liebe nicht und gab eher Anlass zur Eifersucht, weshalb er sie auf die Plassenburg verbannen ließ. Der einzigen Tochter blühte das gleiche Schicksal, weil sie eine nicht standesgemäße Verbindung einging und uneheliche Zwillinge gebar. Als Georg Wilhelm am 18.12.1726 in Bayreuth starb, erlosch damit die jüngere fränkische Hauptlinie der Markgrafen, die der Urgroßvater Christian 1603 begründet hatte.

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